Mücken - Was hilft?

 
Allgemeine Informationen:
Viele Infektionskrankheiten (z.B. Malaria, Gelbfieber, Frühsommer-Hirnhautentzündung, Lyme-Borreliose u.a.) werden weltweit durch verschiedene Insekten übertragen.
 
Dabei spielen die Stechmücken eine wesentliche Rolle, übertragen sie doch jährlich auf mehr als 700 Millionen Menschen Krankheitserreger. Jedes Jahr sterben alleine drei Millionen Menschen an Malaria. Für Touristen und auch für die dort lebende Bevölkerung ist ein Schutz, die sogenannte Expositionsprophylaxe, mit äusserlicher Anwendung chemischer Substanzen und physikalischer Massnahmen von besonderer Bedeutung. Insbesondere, da auch bei der Behandlung und Prophylaxe der Malaria mit Medikamenten einige Probleme wie Resistenzentwicklungen und unerwünschte Wirkungen auftreten. Zudem sind die dort lebenden Menschen meist nicht in der Lage, diese Medikamente zu bezahlen.
 
Der Schutz gegen Stechmücken kann mit Repellentien, Insektiziden oder physikalischen Methoden durchgeführt werden. Repellentien sind auf die Haut aufgetragene Substanzen, die Mücken fernhalten sollen. Insektizide wirken direkt toxisch auf das Nervensystem der Insekten und töten diese binnen Minuten oder gar Sekunden. Zu den physikalischen Schutzmassnahmen gehören Bettnetze, geeignete Kleidung, Mückengitter, Körperhygiene und diverse Stechmückenfallen in verschiedenen Größen und Ausführungen.
 
Die Auswahl des geeigneten Schutzes richtet sich nach der jeweiligen Situation. So müssen für Tropenaufenthalte strengere Massnahmen gegen Stechmücken getroffen werden als in unseren Breitengraden. Bei Kleinkindern und Schwangeren müssen chemische Substanzen vorsichtiger angewendet werden. Zudem spielt es für die Art der Anwendung eine Rolle, ob das abzuwehrende Insekt nur Nacht- oder Tag-Nacht-aktiv ist.
 
 
Woran liegt es, dass Stechmücken gewisse Menschen besonders gerne stechen? 
Die Faktoren, welche bewirken, dass ein Mensch für Stechmücken attraktiv ist, sind komplex und in allen Einzelheiten nicht bekannt. Der Geruch spielt eine wesentliche Rolle. Von den rund 400 Substanzen, welche der menschliche Körper freisetzt, sind Kohlendioxid und Milchsäure am besten untersucht und dafür bekannt, dass sie Stechmücken anziehen können.
 
Die Hauttemperatur und Hautfeuchtigkeit spielen ebenfalls eine Rolle. Die auf der menschlichen Haut angesiedelte Mikroflora produziert z.B durch den mikrobiellen Abbau von Fettsäuren verschiedenste Geruchsstoffe (Kairomone). Diese ziehen Stechmücken ebenfalls an.
 
 
Stechmückenfallen - bringt das was?
Grundsätzlich - JA - aber, da es um eine Mückenplage in den Griff zu bekommen sehr viele Faktoren zu berücksichtigen gilt muß die Sache etwas genauer betrachtet werden. Neben den Faktoren der örtlichen Gegebenheiten wie umliegend Bepflanzung und somit mögliche Nistplätze, Art der Bepflanzung, Wind, Wasser, Klima etc. sowie ansässige Mückengattungen und Distanzen der Nistplätze zu den Menschen hängt der effektive Erfolg auch maßgeblich von den eingesetzten Geräten ab.
 
Generell ist jener Ansatz zu wählen, dass die Populationskette der Stechmücken im Nahgebiet der Menschen möglichst unterbrochen werden soll. Dazu sind nur Stechmückenfallen in der Lage, die eine hohe Fangquote an Stechmücken haben (und bitte nur Stechmücken, möglichst keine Nutztiere!) und mit entsprechend funktionierenden Lockmitteln arbeiten. Hier sollte auf die Angaben der bearbeitbaren Quadratmeter der Fallen geachtet werden. Diese Angaben sind zwar immer das theoretische Maximum und können stark variieren, trotzdem gilt hier, je mehr, je besser.
 
Es gibt mittlerweile Studien die besagen, die CO2 gestützten Fallen würden zu viele Stechmücken anlocken und nicht ausreichend Stechmücken fangen, wodurch sich die Belastung insgesamt erhöht. Dies können wir nach unserer Erfahrung nicht bestätigen zumal für diese Betrachtung Faktoren wie die örtlichen Gegebenheiten
 
Keine Falle bzw. Lockstoff der Welt (dies ist zumindest unser aktueller Wissensstand) ist in der Lage, einen Menschen (neben der Falle stehend) in jenem Maße zu imitieren, sodass die Stechmücken nicht zu Ihnen sondern zur Falle fliegen. Somit ist es wichtig, dass die Fallen richtig platziert werden, im Idealfall zwischen den Nestern und den Menschen. Hier gilt es die Anleitung der Fallen genau zu beachten.
 
Die Kernaufgabe der Stechmückenfalle ist also kein Aktivschutz sondern dient zum größten Teil der kontinuierlichen Bekämpfung der Stechmücken rund um die Uhr. Im Laufe der Zeit nimmt die Anzahl der Stechmücken dann wesentlich ab (im Normalfall zwischen drei und fünf Wochen), wodurch die Mückenplage massiv eingedämmt werden kann. Bei ausgereiften Systemen lassen sich zwischen 75% und 95% Reduktion der Stechmücken bei richtiger Anwendung erreichen. Für die letzten verbleibenden paar Mücken verwendet man dann am besten einen bewährten Aktivschutz oder man braucht im Idealfall gar keine sonstigen Mittel mehr.
 
Die Kombination aus kontinuierlichem Fangen von Stechmücken mit einer großen Stechmückenfalle, zusätzlich (optional und abhängig von den örtlichen Gegebenheiten) noch ein zwei kleine Fallen in der Nähe von Hot-Spots und einem funktionierenden Aktivschutz ist aus unserer Sicht die optimale Kombination, um die lauen und in unseren Breitengraden leider seltenen Sommerabende im Garten oder auf der Terrasse wirklich genießen zu können. In der Praxis verwenden wir mittlerweile die Kombination aus Predator + ThermaCELL und haben damit sehr gute Erfolge. Für Ausflüge und Bummeln verwenden wir die verschiedenen Aktivschutz Produkte, meistens gibt es genügend Menschen ohne Stechmücken-Abwehr in der Nähe und somit bleiben wir in der Regel verschont.
 
 
Schutz vor Stechmücken durch Repellentien:
Repellentien sind Substanzen, welche Insekten fernhalten sollen. Diese werden auf die Haut aufgetragen und verdampfen langsam. Dadurch bildet sich ein „Geruchsmantel“, der abweisend auf die Insekten wirkt. Sinkt die Konzentration des Repellents so weit, dass der schützende Geruch fehlt, stechen die Mücken wieder zu.
 
Die aus Laborversuchen erhaltenen Wirksamkeitszeiten sind Maximalwerte und werden in Realität nur selten erreicht. Schwitzen und mechanisches Abreiben verkürzen die Schutzdauer. Insbesondere in den Tropen ist eine häufigere Anwendung nötig.
 
In den Tropen sollte gemäss Empfehlungen des Schweizerischen Tropeninstitutes zur Infektionsprophylaxe (Malaria u.a.) DEET oder Bayrepel® in einer Konzentration von mindestens 20% eingesetzt werden. In unseren Breitengraden dürften tiefere Konzentrationen respektive weniger wirksame Repellentien wie EBAAP oder ev. ätherische Öle genügen. Repellentien sind während der Schwangerschaft und bei Kinder nur beschränkt empfohlen.
 
 
Fliegengitter an Fenster und Türen anbringen.
Die Mücken als wechselwarme Lebewesen werden unterhalb einer Temperatur von etwa 18° Celsius träge und verlieren bei 14° Celsius ihre Vermehrungsfähigkeit. Auch eine eingeschaltete Klimaanlage schützt deshalb wirkungsvoll vor Insektenstichen. Kleider schützen nur beschränkt gegen Mückenstiche. Diese können auch durch leichtes, der Haut eng anliegendes Gewebe stechen. Deshalb sollen helle und weite Kleider aus engmaschigem Material, die Körper inklusive Arme und Beine schützen, getragen werden.
 
Bettnetze unter die Matratze geschlagen oder genügend lang, verleihen einen guten Schutz gegen Stechmücken. Sowohl Kleider als auch Bettnetze schützen besser, wenn sie mit Repellentien oder Insektiziden imprägniert werden. Mehrfaches Duschen und Kleidungswechsel reduzieren die Attraktivität für Stechmücken (Schweiss und Duftstoffe werden entfernt).