Stimmen die m² Angaben der Hersteller?
Eine Frage die wir immer wieder von unseren Kunden gestellt bekommen ist: Stimmt die bei den Produkten angegebene Quadratmeter Zahl "m²" bezüglich Abdeckung - habe ich innerhalb dieser Fläche dann wirkliche Ruhe vor Mücken? Die Angaben sind bis zu 5.000 m² teilweise ermutigend hoch.
Wie Sie möglicherweise bereits in den anderen Beiträgen oder Fachlektüre über Stechmücken gelesen haben, hängt das Fangergebnis von sehr vielen Faktoren ab. Folgend möchten wir auf diese Faktoren näher eingehen um abschließend diese Frage zu beantworten.
Aktionsradius der Mücken:
Abhängig von der Mückengattung liegt der Aktionsradius der Stechmücke in Europa zwischen 60 und 100 Metern. Theoretisch könnte sich eine Stechmücke somit in einem Areal von bis zu 10.000 m² bewegen. Rechnet man nun noch den Einfluss des Windes dazu, kommt man auf riesige Flächen die wir als Einzugsgebiet bezeichnen wollen. Das Einzugsgebiet der Mücken die Sie also ärgern können ist enorm groß. Somit kommen wir zur Frage, wie entscheidet die Mücke, wohin Sie fliegen soll.
CO² - Ein potentieller Leckerbissen für die Europäische Mücke liegt in der Luft:
Die Stechmücken orten Ihre Beute auf größere Distanzen (8 bis 100m - Exakte Werte gibt es für den Nahbereich unseres Wissens noch nicht) zuerst über das CO², welches von Tieren und Menschen erzeugt wird. Erst im Nahbereich (0 bis 8m) verwenden die Stechmücken dann spezielle Rezeptoren auf Ihren Fühlern sowie Wärmesensoren, die eine weitere Differenzierung der bevorzugten Beute erlauben.Ist also ein Mensch oder ein Tier in der Nähe, wird die Mücke vorzugsweise den Menschen attakieren, da dieser für die Nahsensoren untrüglich die bessere Beute ist.
Ob es nun 8, 12 oder nur 6 Meter sind, lassen wir hier offen - Es gibt in Europa zwischen 40 und 60 Stechmückengattungen, die uns Menschen lästig werden - Jede Gattung wird wiederum wie so oft in der Natur Ihre Spezialisierung entwickelt haben - Statische Werte die für alle Mücken gelten wird es somit wohl nicht geben. ... Reduzieren wir es somit auf die Tatsache die für die Meisten gilt -> Fernortung über CO² - Naherkennung über untrügliche Mückensensorik.
Die örtlichen Gegebenheiten:
Ein wesentlicher Aspekt für die Erfolgsquote und Flächenabdeckung der Mückenfallen sind die örtlichen Gegebenheiten. Garten ist nicht gleich Garten! Wie wir oben gesehen haben ist bedingt durch den Aktionsradius der Stechmücke und den Faktor Wind ein riesiges Areal um Ihr Haus/Wohnung herum mit eintscheidend für die Wahl des richtigen Gerätes. Haben Sie beispielsweise einen Garten mit 200 m² aber umliegend sehr viele gute Brutstätten für Mücken, so wird selbst der Defender mit 2.000 m² nicht die erforderliche Leistung erbringen. Mit dem Predator wird die Sache dann schon besser funktionieren. Haben Sie 500 m² Terrasse, wenig Pflanzen und umliegend wenige mögliche Nistplätze, kann der Defender oder AMT-100 für Ihre Anforderung möglicherweise ausreichend sein. Wir beraten Sie gerne, scheuen Sie sich nicht bei uns zu melden.
Das blaue Licht:
Die große Mückenlüge? Manche Hersteller verwenden als alleiniges Lockmittel das blaue Licht. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zwar, dass Mücken auf visuelle Lichtreize reagieren, in welchem Grad jedoch dies für die Auswahl des Opfers relevant ist, da scheiden sich die Geister. Es gibt Stimmen die behaupten, dass gar nur zwei bis drei Mückengattungen das blaue Licht magisch anzieht. Das einzige was sicher ist, ist die Tatsache, dass sie viele Falter und Motten fangen werden. ABER - Es gibt auch noch eine andere Anwendung des blauen Lichtes, die äußerst praktisch ist. Die pfiffige Erfindung die in die Mosquito-Trap und Amplecta AMT-100 Falle eingeflossen ist bewirkt durch das blaue Licht in Verbindung mit dem TIO2 Katalysator eine geringe Erzeugung von CO² durch die Reinigung von Luft von Umwelt schädigenden Substanzen. Mückenfalle und Luftreiniger in einem ... genial! Bedingt durch die Größe können diese Geräte optimal als Ergänzung zu den großen Stechmückenfallen eingesetzt werden um beispielsweise im Haus/Wohnung oder im Nahbereich bis 100 m² die Stellung zu halten. Das Amplecta AMT-100 hat beispielsweise für seine Größe eine beachtliche Fangquote, mit ein Grund weshalb wir das Gerät in unser Angebot aufgenommen haben.
Leckerbissen Mensch oder Gerät (Lockmittel)?:
Hier kommt nun der wesentlichste Aspekt in der ganzen Geschichte - Wer ist für eine Mücke im Nahbereich attraktiver, der Mensch oder das Lockmittel und die visuellen und thermischen Lockreize der Mückenfallen? Wir lehnen uns jetzt einfach mal etwas aus dem Fenster und behaupten (unsere Erfahrung) ... der Mensch. Die Natur lässt sich nicht so einfach täuschen. Kann die Mücke also entscheiden, wird im Nahbereich tendenziell der Mensch als Opfer ausgesucht. Ist jedoch kein Mensch oder Tier im Nahbereich der Mücke, ist eine Mückenfalle und deren Lockreize allemal gut. Abhängig von den Reizen und vor allem vom verwendeten Lockstoff (Oktenol/Octenol als Beispiel) Steuert die Stechmücke sehr schnell die Mückenfalle an, da zwar nicht alle Reizparameter für die Mücke erfüllt wurden, aber besser mal vorbei schauen und sich positiv überraschen lassen. Und genau an dieser Stelle setzen die professionellen Mückenfallen an.
Derzeit bester Lösungsansatz bei einer Mückenplage:
Das Ziel der guten bis sehr guten Mückenfallen ist die Unterbrechung der Populationskette der Mücke im Wirkbereich der Falle. In der Zeit, in der sich keine potentiell besseren Opfer im Fern- und Nahbereich einer Mücke aufhalten, können die Mückenfallen wirklich ordentliche abschöpfen. Ist die Kette dann mal nach 3 bis 5 Wochen weitgehend unterbrochen, ist die Plage nur noch zu 5 bis 25% vorhanden. Eine vollkommene Ausrottung ist nach unserer Ansicht nicht möglich, außer jemand könnte noch den Wind abstellen. Die Situation hat sich nach 4 bis 6 Wochen dramatisch gebessert und dass und nichts anderes vermögen die heutigen besten und professionellsten Mückenfallen zu leisten. Für Querschläger (die Eingewehten) in den Nahbereich braucht man nach wie vor eine Akutbekämpfung bzw. Abwehr. Wesentlich ist jedoch, dass es eben nur noch eine, zwei oder fünf Mücken sind, die lästig werden und nicht mehr 30, 40 oder 50 die einem die schönen Abende vergraulen.
Die Kombination aus kontinuierlichem Fangen von Stechmücken mit einer großen Stechmückenfalle, zusätzlich (optional und abhängig von den örtlichen Gegebenheiten) noch ein zwei kleine Fallen in der Nähe von Hot-Spots und einem funktionierenden Aktivschutz ist aus unserer Sicht die optimale Kombination, um die lauen und in unseren Breitengraden leider seltenen Sommerabende im Garten oder auf der Terrasse wirklich genießen zu können. In der Praxis verwenden wir mittlerweile die Kombination aus Predator + ThermaCELL und haben damit sehr gute Erfolge. Für Ausflüge und Bummeln verwenden wir die verschiedenen Aktivschutz Produkte, meistens gibt es genügend Menschen ohne Stechmücken-Abwehr in der Nähe und somit bleiben wir in der Regel verschont.
Fazit aus all diesen Erkenntnissen:
Die m² Angaben der Hersteller stimmen und stimmen auch nicht! Es gilt wirklich alle angeführten Aspekte zu berücksichtigen. Wir beraten Sie gerne bezüglich der Bestimmung des für SIE optimalen Gerätes. Am einfachsten geht das, wenn Sie uns Ihre Wohnsituation kurz per Mail schildern bzw. noch ein zwei Foto´s mit anhängen.